Zeitungsartikel aus der "Wetzlarer Neuen Zeitung"
Weihnachtsfreude Transportieren
Aßlarer Hilfswerk Benita hat über 500 Pakete für Rumänien gesammelt. Bedürftige Kinder und Familien in Rumänien können sich zu Weihnachten auf Besuch aus Deutschland freuen. Das Aßlarer Hilfswerk "Benita" wird mit 20 ehrenamtlichen Helfern zwischen dem Christfest und Silvester Kinderheime und sozial schwache Familien erfreuen.
Dazu legen die Helfer 1500 Kilometer zurück, um in der Stadt Bistrita liebevolle Geschenke zu übergeben. In den vergangenen Wochen haben Mädchen und Jungen der evangelischen Kindertagesstätte Aßlar, der Kindertagesstätte Hochelheim, vom Kinderheim Haus Waldeck (Albshausen), der Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Schule (Wetzlar), der August-Bebel-Schule (Niedergirmes) und der Grundschule Biskirchen ihre Pakete zusammengestellt. Auch viele Privatpersonen beteiligten sich.
500 Pakete mit Süßigkeiten, Kuscheltieren, Strümpfen, Schulartikeln, Handschuhen und Schals sowie Mützen hat das Hilfswerk eingesammelt und wird sie in den nächsten Tagen auf die Reise schicken. Die Mitarbeiten wollen auch Werte vermitteln.
Deshalb werden sie bei den Übergaben ein Pantomimenspiel zu eine biblischen Geschichte zeigen. Rumänische Helfer erläutern die Pantomime. Die Gruppe aus Deutschland hat eigens rumänische christliche Lieder einstudiert, um sie bei ihren Einsätzen zu singen, so der Leiter von "Benita", Thomas Hahn (Aßlar). Vor 25 Jahren ist der Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes zu ersten Mal mit dem Verein "Zisterne" (Albshausen) zu einem Hilfstransport aufgebrochen. Vor 25 Jahren gründete er im Rahmen des Vereins das Hilfswerk "Benita". Seitdem fährt das Werk jeweils zu Ostern und zu Weihnachten mit einem 40-Tonner vollbepackt mit Hilfsgütern nach Rumänien. In der Region Bistrita/Nassaud war Hahn Mitinitiator zur Gründung des dortigen Hilfswerks - ebenfalls unter dem Namen "Benita".
Das Werk versorgt regelmäßig in einem Gebiet, das so groß ist wie der Lahn-Dill-Kreis, rund 300 registrierte arme Familien mit Lebensmitteln, Kleidung und anderen Hilfsgütern.
In den Jahren haben sich vielfältige Angebote und Projekte entwickelt. So hat "Benita" einen Kindergarten gegründet, den Mädchen und Jungen aus armen Familien oder Waisenhäusern kostenfrei besuchen können. In den Sommermonaten bietet "Benita" Kindern die Möglichkeit, jeweils eine Woche lang kostenlos an Freizeiten teilzunehmen. In der Großgemeinde Prundu, etwa 20 Kilometer außerhalb von Bistrita, betreibt "Benita" eine Armenküche. Dort können sich viele arme Kinder aus der Umgebung nach der Schule richtig satt essen. Für die meisten ist es die einzige warme Mahlzeit in der Woche.
Alle Hilfsgüter werden in Bistrita in der Kleiderkammer gelagert und verwaltet. Dort können sich die bei "Benita" registrierten bedürftigen Familien einmal im Quartal mit Kleidung und anderen benötigten Dingen eindecken. In den angebauten Räumen des Kindergartens werden abends Kurse in Lebens- und Glaubensfragen angeboten. Nachmittags findet dort eine kostenlose Nachhilfe statt.
Im Oktober 2003 ist in Uriu, direkt unterhalb vom Sommerferienlager, das erste Casa Benita seiner Bestimmung übergeben worden. Dort werden behinderten Mädchen, die in Kinderheimen aufgewachsen sind, auf ein eigenständiges Leben vorbereitet. In einem weiteren Haus, "Casa Benita II", leben seit August drei Kinder, die von ihren Müttern in der Geburtsklinik zurückgelassen wurden, weil sie nicht für sie sorgen können.
20 Mädchen und Jungen teilen sich ähnliches Schicksal im Krankenhaus. Im Casa Benita II lebt eine Familie, die bis zu sechs dieser Kleinen aufnehmen wird, bis sie erwachsen sind. Zu 95 Prozent werden die in Rumänien anfallenden Kosten durch Spenden und Patenschaften in Deutschland abgedeckt.
Artikel aus der "Wetzlarer Neuen Zeitung" von Dezember 2010.